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Gemmologie — Glossar

Glossar A–Z

Die Sprache des Steins, alphabetisch geordnet. Jeder Begriff so knapp erklärt, wie er im Gespräch mit einem Gemmologen fallen würde.

A

Achtkantschliff
Kleiner Schliff mit nur 17 Facetten, verwendet für Melée-Steine unter 0,05 ct.
Asterismus
Sterneffekt durch nadelförmige Einschlüsse, typisch bei Sternsaphir und Sternrubin.

B

Brillanz
Das weisse Licht, das ein Stein zurückwirft — abhängig fast ausschliesslich vom Schliff.
Bruting
Arbeitsschritt, bei dem zwei Diamanten gegeneinander gedreht werden, um den runden Umriss zu formen.

C

Cabochon
Facettenlose, gewölbte Schliffform, verwendet für undurchsichtige Steine und Katzenaugeneffekte.
Chatoyance
Katzenaugeneffekt: ein einzelnes Lichtband, das über die gewölbte Oberfläche wandert.
CVD
Chemische Gasphasenabscheidung: Diamantwachstum aus einem kohlenstoffhaltigen Plasma.

D

Dispersion
Aufspaltung von weissem Licht in Spektralfarben — beim Diamanten das sogenannte Feuer.
Doublette
Zwei verklebte Materialschichten, die einen wertvolleren Stein vortäuschen.

E

Einschluss
Ein inneres Merkmal des Kristalls. Bestimmt die Reinheit und dient als Identitätsnachweis.

F

Facette
Eine polierte Fläche des Schliffs. Ihre Zahl und Winkel steuern die Lichtführung.
Feuer
Die farbigen Blitze eines Steins, sichtbares Ergebnis der Dispersion.
Fluoreszenz
Leuchten unter UV-Licht, meist blau. Bei etwa einem Drittel aller Diamanten vorhanden.

G

Girdle
Die Rundiste — der schmale Rand zwischen Krone und Pavillon, an dem der Stein gefasst wird.

H

Härte nach Mohs
Skala von 1 bis 10 für Ritzhärte. Diamant steht bei 10 und ist damit das härteste natürliche Material.
HPHT
Hochdruck-Hochtemperatur-Verfahren, sowohl zur Züchtung als auch zur Farbveränderung von Diamanten.

K

Karat
Gewichtseinheit für Edelsteine, 0,2 Gramm. Nicht zu verwechseln mit Karat als Goldfeingehalt.
Krappe
Metallzinke, die einen Stein an der Rundiste festhält.
Krone
Der obere Teil des geschliffenen Steins zwischen Tafel und Rundiste.

L

Lichtbrechung
Mass dafür, wie stark ein Material Licht ablenkt. Diamant liegt bei 2,417.
Loupe clean
Bei zehnfacher Vergrösserung frei von Einschlüssen — europäische Entsprechung zu IF.

M

Melée
Sammelbegriff für kleine Diamanten unter 0,2 ct, verwendet in Pavé und Kanalfassungen.
Milky
Trübung durch feinste Einschlüsse, die Brillanz kostet, ohne den Reinheitsgrad stark zu senken.
Moissanit
Siliziumkarbid, häufigste Diamantimitation. Erkennbar an doppelt erscheinenden Facettenkanten.

P

Pavillon
Der untere Teil des Steins unterhalb der Rundiste; seine Tiefe entscheidet über Lichtrückgabe.
Pleochroismus
Unterschiedliche Farben je nach Blickrichtung, ausgeprägt etwa beim Tansanit.
Punze
Eingeschlagene Marke für Feingehalt und Hersteller, etwa 750 für 18 Karat Gold.

R

Rhodinierung
Dünne Rhodiumschicht auf Weissgold für einen kühlweissen Ton; nutzt sich mit den Jahren ab.

S

Sättigung
Farbintensität eines Steins. Bei Fancy Colours der wichtigste Wertfaktor überhaupt.
Solitär
Schmuckstück mit einem einzigen, allein stehenden Stein.

T

Tafel
Die grösste, oberste Facette. Ihre Grösse entscheidet über das Verhältnis von Feuer zu Brillanz.
Treppenschliff
Schliffart mit parallelen, stufenförmigen Facetten, etwa Smaragd- und Baguetteschliff.

Z

Zertifikat
Laborbericht über die Merkmale eines Steins. Kein Wertgutachten und keine Preisangabe.
Zirkonia
Synthetisches Zirkoniumdioxid, weiche und schwere Diamantimitation ohne Sammlerwert.