ADAMASIA
Gemmologie — 06

Zertifikate

Ein Laborbericht ist kein Preisschild und kein Gütesiegel. Er ist eine Messung — und wer sie lesen kann, braucht niemandem zu glauben.

Laborbericht mit Lupe und Pinzette auf weissem Grund

Der Bericht, Feld für Feld

Jeder seriöse Diamantbericht enthält dieselben zwölf Angaben. Die Grade stehen oben und werden am häufigsten gelesen; die entscheidenden Hinweise stehen weiter unten.

01

Report-Nummer

Eindeutige Kennung des Berichts, oft zusätzlich mikroskopisch in die Rundiste des Steins graviert.

Immer online beim Labor gegenprüfen — nicht beim Verkäufer.

02

Form und Schliffart

Beschreibt Umriss und Facettierung, etwa «Round Brilliant» oder «Emerald Cut».

Muss mit dem sichtbaren Stein übereinstimmen — klingt banal, ist der häufigste Vertauschungsfehler.

03

Masse in Millimeter

Durchmesser beziehungsweise Länge, Breite und Tiefe, auf ein Hundertstel genau.

Ein Stein lässt sich damit ohne Waage identifizieren.

04

Karatgewicht

Gewicht auf zwei Nachkommastellen. Die dritte Stelle wird nach unten gerundet.

Direkt unter runden Marken wie 1,00 ct liegen 0,95 ct — optisch fast identisch, im Preis deutlich tiefer.

05

Farbgrad

D bis Z bei farblosen Steinen, vergeben im Vergleich mit zertifizierten Meistersteinen unter genormtem Licht.

Nur Grade desselben Labors sind vergleichbar.

06

Reinheitsgrad

Von FL bis I3, beurteilt bei zehnfacher Vergrösserung durch zwei unabhängige Gemmologen.

Die Lage eines Einschlusses zählt mehr als seine Zahl: unter der Tafel stört er, an der Rundiste kaum.

07

Schliffgrad, Politur, Symmetrie

Drei getrennte Urteile über Proportion, Oberflächenqualität und Facettenausrichtung.

Der Schliffgrad ist das einzige der vier C, das der Mensch verantwortet — und der grösste Hebel für Brillanz.

08

Fluoreszenz

Leuchten unter UV-Licht, von None bis Very Strong.

Bei hohen Farbgraden mindert starke Fluoreszenz den Preis, bei tieferen kann sie den Stein weisser wirken lassen.

09

Proportionsdiagramm

Massstabsgetreuer Querschnitt mit Tafelgrösse, Kronenwinkel, Pavillontiefe und Rundistenstärke.

Hier zeigt sich, ob ein Stein auf Gewicht statt auf Licht geschliffen wurde.

10

Plotting-Diagramm

Kartierung aller Einschlüsse: rot für innere, grün für äussere Merkmale.

Das Diagramm ist der Fingerabdruck des Steins — damit lässt sich Identität zweifelsfrei belegen.

11

Bemerkungen

Zusätze wie «Clarity enhanced», «HPHT processed» oder Hinweise auf Zusatzfacetten.

Das wichtigste Feld des gesamten Berichts. Wer nur die Grade liest, übersieht genau hier die Behandlung.

12

Herkunftsangabe

Bei Farbsteinen die geografische Zuordnung, bei Diamanten die Angabe natürlich oder laborgezüchtet.

Laborgezüchtete Steine tragen zwingend den Vermerk «Laboratory-Grown» — fehlt er, fehlt der Beleg.

Die Nummer selbst prüfen

Jeder Bericht lässt sich in vier Schritten überprüfen. Wir empfehlen jedem Kunden, das zu tun — bei uns, bei unseren Wiederverkäufern und überall sonst.

01

Report-Nummer notieren

Sie steht oben auf dem Bericht und meist zusätzlich als Laserinschrift auf der Rundiste, lesbar ab etwa zwanzigfacher Vergrösserung.

02

Direkt beim Labor prüfen

Jedes seriöse Labor betreibt eine eigene Verifikationsseite. Die Nummer dort eingeben — nie über einen Link des Verkäufers, sondern über die selbst aufgerufene Laborseite.

03

Angaben abgleichen

Masse, Gewicht, Farbe, Reinheit und Bemerkungen müssen exakt übereinstimmen. Eine einzige Abweichung genügt, um den Bericht als nicht zugehörig zu behandeln.

04

Stein und Papier zusammenführen

Das Plotting-Diagramm mit dem Stein unter der Lupe vergleichen. Stimmen Lage und Art der Einschlüsse, gehören Bericht und Stein zusammen.

Report direkt beim Labor prüfen

Wählen Sie das Labor und geben Sie die Report-Nummer ein — die Prüfung öffnet sich in einem neuen Fenster auf der offiziellen Seite des Labors.

Labor

Sie verlassen adamasia.com. Die Verifikationsseiten gehören den jeweiligen Laboren — Adamasia hat auf deren Inhalt keinen Einfluss.

Die Labore

Nicht jedes Labor prüft gleich streng, und Grade verschiedener Labore sind nicht direkt vergleichbar. Diese sechs Institute bestimmen den internationalen Standard.

GIA

Gemological Institute of America

USA · 1931Verifikationsseite
Diamanten, Farbsteine

Entwickelte die heute weltweit verwendete Farb- und Reinheitsskala. Gilt im Handel als strengster und konsistentester Massstab für farblose Diamanten.

HRD

Hoge Raad voor Diamant

Belgien, Antwerpen · 1973Verifikationsseite
Diamanten

Das europäische Pendant zur GIA, eng mit dem Antwerpener Handel verbunden. Berichte sind in Europa weit verbreitet und anerkannt.

IGI

International Gemological Institute

Belgien / weltweit · 1975Verifikationsseite
Diamanten, Laborsteine, Schmuck

Grösstes Netz an Laborstandorten und der wichtigste Zertifizierer laborgezüchteter Diamanten. Bewertet zusätzlich fertige Schmuckstücke.

SSEF

Schweizerisches Gemmologisches Institut

Schweiz, Basel · 1972Verifikationsseite
Farbsteine, Perlen, Herkunft

Referenz für Herkunftsbestimmung bei Rubin, Saphir und Smaragd. Berichte von SSEF beeinflussen bei Farbsteinen den Auktionswert erheblich.

Gübelin

Gübelin Gem Lab

Schweiz, Luzern · 1923Verifikationsseite
Farbsteine, Herkunft, Behandlungsnachweis

Ältestes privates Gemmologielabor der Welt. Bekannt für ausführliche Herkunftsgutachten und Einschlussfotografie.

AGS

American Gem Society Laboratories

USA · 1996
Schliffqualität

Bewertet den Schliff nach einer eigenen Null-bis-Zehn-Skala und gilt als besonders präzise in der Lichtleistungsanalyse.